Wege zum Doktor

Viele Wege führen nach Rom! So verhält es sich auch beim Erwerb eines Doktorgrades: Es gibt viele Wege zum begehrten Titel. Hier haben wir für euch nochmal die einzelnen Wege mit ihren Vor- und Nachteilen aufgelistet:

- der wohl am häufigsten beschrittene Weg: Eine Individualpromotion am Lehrstuhl einer promotionsberechtigten Hochschule.

Vorteil: Als Doktorand ist man in diesem Fall unabhängig und kann sich voll und ganz auf seine Dissertation konzentrieren.
Nachteil: Die Betreuung des Doktoranden ist stark abhängig vom Doktorvater/Doktormutter.

- Eine Strukturierte Promotion am Graduiertenkolleg, welches mit an der Hochschule integriert ist und sich meist mit einem bestimmten Themenbereich auseinandersetzt. Hier ist der Doktorand im Kreis von vielen Nachwuchswissenschaftlern. Der Doktorand ist am Lehrstuhl angestellt oder erhält ein Stipendium. Die Graduiertenkollegs bieten oft Lehrveranstaltungen, Seminare und Workshops für ihre Teilnehmer an. Die Graduiertenkollegs werden von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) genehmigt und teilfinanziert. Eine Übersicht über aktuelle Graduiertenkollegs findet ihr hier.

Vorteil: Es erfolgt eine gezielte Betreuung von Doktoranden durch gleich mehrere Betreuer und das Arbeiten mit mehreren Nachwuchswissenschaftlern führt zu einem regen Austausch und kann hilfreich für die eigene Dissertation sein.
Nachteil: Die feste Strukturierung könnte den Doktoranden vielleicht in seiner Individualität hindern.

- Graduiertenschulen: Graduiertenschulen sind genau wie Graduiertenkollegs an Universitäten gekoppelte Einrichtungen, die der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses dienen soll. Graduiertenschulen sind im Gegensatz zu Graduiertenkollegs breiter und dauerhafter angelegt, strenge Vorgaben hinsichtlich ihrer Größe, Struktur beteiligten Wissenschaftler, Instituten, Doktoranden etc. gibt es nicht. Graduiertenschulen helfen den Universitäten bei ihrer Schwerpunktbildung durch entsprechende Nachwuchsförderung. Graduiertenkollegs hingegen befassen sich eher einem fokussierten Forschungsprogramm.

- an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung. Hierbei haben Doktoranden die Möglichkeit praktische und anwendungsbezogene Forschungsgegenstände anzugehen.

Vorteil: Hier bietet sich die Möglichkeit, wissenschaftliches Arbeiten mit einer gewissen Praxisnähe zu vereinen.
Nachteil: Die Nähe zum Doktorvater/Doktormutter könnte unter Umständen leiden.

- Eine Promotion im Unternehmen ist auch möglich. Hierbei wird meist in einem für das Unternehmen sinnvollen Gebiet promoviert. Dabei wird der Doktorand vom Arbeitgeber gefördert. Aber auch hier geht nichts ohne einen Doktorvater oder eine Doktormutter. Daher verfügen viele Unternehmen bereits über feste Hochschulkooperationen und Betreuer. Meist promovieren Doktoranden parallel zu einer Tätigkeit im Unternehmen.

Vorteil: Gute Einblicke in die Praxis. Praktische Relevanz der Forschungsarbeit.
Nachteil: Mögliche Doppelbelastung, Unternehmen könnten sich eventuell auch einmischen.

- Last but not least gibt es da noch die externe Promotion. Bei einer externen Promotion, besteht kein Arbeitsverhältnis (z.B. als wissenschaftlicher Mitarbeiter) am Lehrstuhl sondern ein reines Betreuungsverhältnis, die sich auf die Dissertation beschränkt. Die Doktoranden werden von ihrer Doktormutter oder ihrem Doktorvater betreut, müssen aber ihre Dissertation weitgehend zuhause verfassen. Oft arbeiten externe Doktoranden Vollzeit und verfassen ihre Dissertation parallel dazu oder sie finanzieren sich durch ein Stipendium.